Realsatire: Zeitungen vs. Internet

Mit zweiwöchiger Verspätung ist mir dank des Blogs medienrauschen ein herrliches Stück Realsatire in die Hände gefallen. Während hier und da noch über Medienkompetenz und die Chancen des Internets diskutiert wird, hat der Chefredakteur der Welt am Sonntag, Christoph Keese, die Lage bereits überblickt und die überschätzte Gefahr des Internets widerlegt. In einer für den Axel Springer-Verlag charakteristischen Mischung aus Halbwissen und Voreingenommenheit begegnet er der Frage, ob das Internet übliche Zeitungen verdrängen wird, mit folgender, gewagter Prognose:
„Zeitungen verschwinden schon deshalb nicht, weil sie ein enorm schnelles Medium sind. Eine Wissensdoppelseite in der „Welt am Sonntag“ über Wale, Löwen, Allergien, den Vatikan oder StarWars bringt es leicht auf ein Datenvolumen von zwei Gigabyte – bei der Zeitung dauert das Laden eine halbe Sekunde: Umblättern, fertig! Machen Sie das mal im Internet, das kann dauern, auch mit DSL. Bequem im Sessel sitzen und blitzschnell zehn große Artikel auf eine angenehm raschelnde Papierfläche laden – das hat doch was.“

Christoph Keese, „medium magazin“, vom April 2007

Vor allem die der Zeitung zugeschriebene Geschwindigkeit sollte auch bei technisch weniger versierten Menschen eine gewisse Skepsis auslösen, da der Geschwindigkeitsvorteil des Internets nicht zuletzt dank der eMail hinlänglich bekannt ist.
Es bleibt deshalb zu hoffen, dass Herr Keese einen eher trockenen Humor hat und seine Aussage ein verspäteter Aprilscherz war.

Quelle des Bilds: turi2

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