Ist Europa innovationslos?

Betrachtet man die Unternehmen, die das Internet in den letzten Jahren maßgeblich verändert haben, fallen einem mit Yahoo, Google, Amazon, eBay, ICQ, Blogger, Flickr, YouTube und MySpace hauptsächlich amerikanische Entwicklungen ins Auge.
Diese Beobachtung passt wunderbar zum folgenden Zitat Bette Midlers, auch wenn man es in diesem Fall auf ganz Europa beziehen kann:
„When it’s three o’clock in New York, it’s still 1938 in London.“

Insbesondere das deutsche Engagement im Internet beschränkt sich auch in den Zeiten des Web 2.0 weitestgehend darauf, amerikanische Ideen mehr oder weniger gelungen zu kopieren und sie als Eigenleistung zu verkaufen.
Ob nun das von den Jamba-Gründern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründete Auktionshaus alando.de, das bereits sechs Monate nach der Gründung für 50 Millionen Dollar an den Ideengeber eBay verkauft wurde, die Vielzahl an Video-Portalen, die den Marktführer YouTube kopieren, oder die vor allem durch Sicherheitsprobleme und die Eskapaden des Firmengründers Ehssan Dariani in die Schlagzeilen geratene Facebook-Kopie StudiVZ: Interessante Ideen und Mut zur Innovation fehlen.
Dabei war es nie einfacher sich mit einer guten Idee innerhalb kurzer Zeit und mit einem im Vergleich zu anderen Branchen geringen finanziellen Risiko selbstständig zu machen. Dies beweisen der Leipziger Online-Service Spreadshirt, der es seinen Benutzern erlaubt einen eigenen T-Shirt-Shop einzurichten, oder das in Luxemburg gegründete Unternehmen Skype, das zu den Vorreitern der Internet-Telefonie (VOIP) gehört. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch das noname-community project, das die Entwicklung ihrer Web 2.0-Anwendung in einem Blog dokumentiert.
Hier wird deutlich, dass es nicht an Ideen fehlt. Es ist vielmehr eine Frage der Unternehmungslust und des dazu nötigen Selbstbewusstseins. Ich kann deshalb jedem, der eine gute Idee hat, nur dazu raten, diese auch umzusetzen um so seinen Teil zur Innovation und Weiterentwicklung des Internets beizutragen.

2 comments so far

  1. richard on

    nunja, das hängt vor allem mit der angst der unternehmer zusammen, dass ihnen niemand glaubt, die idee seie gut! sie brauchen ja kapital um voran zu kommen und da haben nunmal die meisten nicht den arsch für, ne ordentliche idee auszubrüten und diese auch ordentlich umzusetzen. btw: spreadshirt ist auch eine copycat aus den USA – http://www.cafepress.com

  2. hendrik on

    Hi Richard,

    ich wusste gar nicht, dass Spreadshirt die Idee auch nur übernommen hat.
    Wenn eine Idee es wirklich wert ist, sollte man wenigstens selbst an sie glauben und am Ball bleiben. Bei Web-Entwicklungen ist es doch relativ einfach, mit einem kleinen Einsatz aus eigener Tasche anzufangen und dann langsam zu wachsen.

    Viele Grüße,
    Hendrik


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